Expertenmeinung von

Dr. iur. Armin Kühne, Rechtsanwalt und Partner, Kellerhals Carrard

Änderungen im Asset Management durch FIDLEG und FINIG
1. Einleitung
Die Einführung des Finanzdienstleistungsgesetzes (FIDLEG) und des Finanzinstitutsgesetzes (FINIG) wird in regulatorischer Hinsicht zu einem gewissen Umbruch in der Finanzindustrie im Allgemeinen und im Asset Management im Besonderen führen. Dabei werden von den Finanzinstrumenten die kollektiven Kapitalanlagen materiell am wenigsten betroffen sein. Auch bei den Bewilligungsträgern gemäss dem Kollektivanlagengesetz (KAG) und den Effektenhändlern (neu: Wertpapierhäuser) gemäss dem Börsengesetz...

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Prof. Dr. Patrik Ducrey, Stv. Direktor im Sekretariat der WEKO

GABA-Urteil des Bundesgerichts – Anpassung der kartellrechtlichen Compliance?
Das Bundesgericht (BGer) hat am 28. Juni 2016 nach mündlicher Urteilsberatung sein Urteil bekannt gegeben . Die Urteilsbegründung folgte erst rund zehn Monate später am 21. April 2017. Aus Sicht der Kartellrechts-Compliance hat das BGer namentlich in den folgenden zwei Bereichen die Anwendung des...

 

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Rolf Jufer, Mitglied der Geschäftsleitung, Funk Insurance Brokers AG

Risikomanagement, Compliance und IKS verbinden
Für das optimale Zusammenspiel von Risikomanagement, Compliance und Internen Kontrollsystemen (IKS) gibt es bei Unternehmen noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Insbesondere auf Managementebene wird bislang nicht genug Verantwortung übernommen, wenn es um die Wirksamkeit... 

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Dr. Urs Jaisli, Chief Compliance Officer, F. Hoffmann-La Roche AG

Compliance-Erwartungshaltungen von Anspruchsgruppen
Ich kenne keine Anspruchsgruppe, die von Unternehmen nicht erwartet, dass verbindliche Vorgaben eingehalten werden. Die Regulatoren knüpfen die «licence to operate» strikt an Compliance und ahnden Non-Compliance mit hohen Sanktionen; Investoren erwarten, dass sie von Unternehmen nicht durch Non-Compliance und eine dadurch verursachte negative Kursentwicklung überrascht werden; Mitarbeitende erwarten, dass ihr Unternehmen sich an Normen hält und sie betriebsintern nicht mit Non-Compliance-Situationen konfrontiert und belastet werden; NGOs und Medien aller Art, insbesondere Soziale Medien, schauen mit Argusaugen darauf, dass Non-Compliance in der Öffentlichkeit angeprangert und für die Betroffenen zu schwerwiegenden negativen Folgen führt. Die Erwartungen sind unmissverständlich.

Wie können die Unternehmen diesen Erwartungen nachkommen, um Sanktionen, den Verlust der Betriebslizenz, Reputationsschäden, Kursverluste, den Verlust von wertvollen Mitarbeitenden...

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Umberto Annino, Eidg. dipl. Wirtschaftsinformatiker, NDS FH Quality Management Principal Cyber Security Consultant, InfoGuard AG

Zusammen sind wir stärker!
Die Welt der Informatik ist seit der Entwicklung der ersten Computer vor über 60 Jahren im stetigen, schnellen Wandel. Ganz früher hiess es EDV (Elektronische Datenverarbeitung), später IT für Information Technology, dann ICT – das C für Communication – und mittlerweile ist alles «cyber». Die Cyber-Security ist heute – endlich – ein massentaugliches Thema. Durch die Hyper-Konvergenz von allen möglichen «smarten» Geräten ist über die Hälfte der Menschheit heute von Sicherheits-schwachstellen in Hard- und Software direkt betroffen. In tragischer Weise wurde dies vorgeführt, als Yahoo vor Monaten zugeben musste, mehreren Angriffen zum Opfer gefallen zu sein: Wo ursprünglich vermeldet wurde, dass 1 Milliarde Benutzer-Accounts betroffen sind, wurde kürzlich korrigiert – es sind ALLE Benutzer-Accounts

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Jürgen Boehler-Royett Marcano, Leiter Exportkontrollen/Industrieprodukte, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Compliance und Exportkontrollen
Compliance betrifft auch die Ausfuhr von Industriegütern unter dem Gesichtspunkt der international harmonisierten Exportkontrollen. Dual-Use-Güter können sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden. In der Schweiz bestehen für diese Gütergruppe deshalb sogenannte Exportkontrollen im Rahmen der Güterkontrollgesetzgebung. Die der Bewilligungspflicht unterstellten Industriegüter sind in den Anhängen zur Güterkontrollverordnung aufgeführt. Ein Ziel dieser Kontrollen ist die Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen), wobei die Schweizer Industrie im Fokus von solchen proliferationsrelevanten Beschaffungen steht. So versuchen regelmässig ausländische Frontfirmen, im Auftrag staatlicher Akteure Industriegüter von Schweizer Unternehmen zu kaufen. Bei diesen Beschaffungen sollen die Schweizer Exporteure über den tatsächlichen Endempfänger der Güter und über den kritischen Endverwendungszweck im Bereich...

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Roy Kirby, Senior Product Manager, SIX Financial Information

Um den Druck im Bereich Compliance zu reduzieren, müssen sich Finanzinstitute umstellen: weg von regulatorischem Chaos und hin zu regulatorischer Bereitschaft
Früher war es üblich, dass Finanzinstitute im Fall eines neuen gesetzlichen Regelwerks ein eigenes Spezialteam für den Umgang mit der jeweiligen neuen Vorschrift einrichteten. Diese Gruppe von Compliance-Fachleuten beaufsichtigte den Prozess, sammelte Daten, analysierte sie, erstellte die erforderlichen Berichte und Schlussfolgerungen, um sie an die Aufsichtsbehörden weiterzuleiten. Jedes Mal, wenn eine Regel von den Aufsichtsbehörden verabschiedet wurde, begann der Prozess von Neuem. Folglich wurde aus Compliance-Abteilungen eine komplexe Konstruktion aus Teams in eigenen Silos, die jeweils auf sich allein gestellt einen bestimmten...

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Expertenmeinung von Dr. Daniel Lengauer

Von den Unternehmen wird die Einhaltung von Gesetzen und anderen Vorgaben und die Implementierung eines Compliance-Managementsystems verlangt. Dabei stehen die Unternehmen nicht nur im Fokus der Aufsichtsbehörden, auch die Investoren, Mitarbeiter, Nichtregierungsorganisationen und Medien erwarten, dass die Unternehmen Sanktionen, Reputationsschäden und hohe Kosten wegen Compliance-Verstössen vermeiden. Dies gilt auch, wenn die Eingehung von Compliance-Risiken scheinbar zum kurzfristigen Nutzen des Unternehmens und seiner Investoren erfolgt, beispielsweise bei

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